3 Das Verlangen


An diesem 20. Oktober schlief ich bis 12 Uhr Mittags, wie eigentlich an jedem Tag.
Hobbys hatte ich schließlich keine und Freunde hatte ich nach meiner Zeit auf der Straße auch nicht mehr. Diese hatte ich vollständig vergrault mit meiner Aggression war das damals nicht zu ändern. Ich wollte alleine und von niemandem abhängig sein. 

Ich fühlte schon beim Aufstehen dass es kein gewöhnlicher Tag werden würde. Maria war nicht zuhause und ich schon genervt. Als ich etwas essen wollte und nichts zu finden war dachte ich es wäre verflucht.
Ich wusste dass Maria immer etwas in dem Schrank über der Spülmaschine versteckte und wollte es mir nehmen. Keine schwere Aufgabe und doch stieß ich dabei ihre alte, teure Vase herunter und sie zerbrach in tausend Scherben. Die Wut schoss in mir hoch. Das war wieder typisch. Immer machte ich alles kaputt und enttäuschte Maria wieder. Maria, diese wunderbare Frau die mir geholfen hat von der Straße zu kommen. Maria, die Frau die mir ein Dach über dem Kopf bot und mir Zärtlichkeit und Liebe schenkte.
Ich hatte mich versucht für sie zu ändern. Nur für sie. Doch dieses Geheimnis mit dem ich lebte, dieses Verlangen was es zu unterdrücken galt, es wurde immer größer und belastender.
Ich wusste genau dass ich ihm nicht nachgeben durfte aber in diesem Moment war es mir egal.

Ich ging hinaus. Lief die Straße entlang, die ich schon so oft gelaufen bin. Frau Meyer, unsere Nachbarin, die ihren ohnehin viel zu vollen Garten pflegte grüßte mich. Ich ignorierte sie und ging lautlos an ihr vorbei. Ich brauchte meine Zeit und lief einige Stunden ohne zu wissen was ich wirklich wollte. Doch dann fand ich es schnell heraus. Ich hatte es satt. Die ganze Heuchlerei und gespielte Freundlichkeit die jeden Tag überall zu finden war kotzte mich an. Die Eltern, die zusammen mit den Kindern am Tisch saßen und so taten als interessieren sie sich für das Leben der Anderen und sich sobald die Kleinen im Bett waren aufs Blut stritten. Alles war falsch. Ich lief meinen Weg weiter und erkannte mein Ziel. Ich wusste genau wo ich mein Opfer finden würde. Sie waren immer da. Niemand würde einen von ihnen vermissen. Noch nie wurde einer vermisst. Nach 1 Stunde war ich meinem Ziel so nahe und ich fragte mich einen Moment lang ob ich es wirklich durchziehen sollte. Ich wollte Maria nicht enttäuschen.

Ich…Doch dann sah ich ihn. Er war allein. Ich war größer und ohne Frage stärker. Er hätte keine Chance gehabt. Eine kurze Zeit beobachtete ich ihn noch. Es gab mir den Kick den ich brauchte. Ich dachte an das Blut. Die Angst. Es war himmlisch. Langsam pirschte ich mich an ihn heran. Er spürte meine Nähe, sie merken es immer. Er ging rückwärts und bemerkte dass er in der Falle war. Wir befanden uns in einer Sackgasse wo niemand ihn hören würde. Ich konnte mit ihm machen was ich wollte. Die Situation ausnutzen. Nun konnte ich nicht länger schleichen. Ich fing an zu laufen und sah seine Furcht. Er wusste genau dass ich nicht nur spielen wollte. Meine Gier war geweckt. Ich schoss zu ihm und kurz darauf roch ich das Blut. Seine Schreie klangen mir noch lange in den Ohren. 

Ich war wie in Trance und kam erst wieder zu mir, als von ihm fast nichts mehr übrig war. Blutsüberströmt stand ich im Regen. Es hatte angefangen zu regnen und ich hatte es nicht einmal bemerkt. Dunkel war es auch schon. Ich hatte jegliches Zeitgefühl verloren und wurde zu einem wilden Tier. 
Nun stand ich da. Das Blut würde auf dem Heimweg weggespült werden. Es war schon immer so gewesen. Vielleicht wusste ich instinktiv wann es regnen würde. Es war nicht der erste Rückfall nachdem ich bei Maria lebte, aber jedes Mal hoffte ich dass es der Letzte war. Ich hoffte im Geheimen dass sie nicht zuhause war. Ein schlechtes Gewissen suchte mich heim. Wenn Maria davon erfahren würde, würde sie mich anschreien, sie würde mich wahrscheinlich rausschmeißen wenn nicht sogar Schlimmeres. Ich würde es ihr nicht verübeln. Ich war schlecht. 


Zuhause wartete Maria bereits auf mich. Sie stand in der Tür und grub die Hände in die Hüfte.
„Fritz! Wo warst du wieder den ganzen Tag?“ ich antwortete ihr nicht. Sie erwartete nie eine Antwort.
Sie schien nichts zu ahnen denn unser Abendritual begann wie immer.
Erst gab es etwas zu essen und dann verzog sie sich aufs Sofa. Sie klopfte auf ihren Schoß und ich sprang hoch. Ich genoss ihr Kraulen hinter den Ohren. Ich genoss ihre lieben Worte. Doch das schlechte Gewissen lies mich nicht los... Ich verstellte mich und gaukelte ihr ein glückliches Schnurren vor. Wie gut wir Katzen doch spielen können…

Kommentare:

  1. Die Idee mit der Wendung der Geschichte finde ich Klasse. Den Schreibstil finde ich persönlich noch überarbeitungsbedürftig. Zum Teil etwas umgangssprachlich z. B. "dabei stieß ich eine teure Vase runter" und "langsam pirschte ich mich an ihn ran" und zum Teil könnte der Satzbau überarbeitet werden.
    Alles in allem aber wirklich eine gute Idee!
    LG
    Yvonne

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  2. Danke für den hinweis. Ich werde das sofort ändern. :)
    Ich glaube das ist das Problem wenn man zu schnell schreibt =)

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