3 Ich war ein türkischer Strandhund





 

Ich war ein türkischer Strandhund.
Hier liege ich und warte auf das Ende.
Ein letztes Mal denke ich an mein Leben, mein einsames, kleines Leben, bis SIE kam.


 
Mama, Mama,  es ist so dunkel.
Mama, Mama es ist so kalt.
Mama, Mama ich habe Hunger.
Meine Mama hat nicht sehr viel Milch für mich und meine 3 Geschwister, aber ich liebe sie.
Jede Nacht kuscheln wir uns mit unserer Mama unter einen Felsvorsprung am Meer.
Sie hält uns warm und friert doch selber. 




Meine Brüder und ich spielen miteinander, wir toben und rangeln.
Dabei vergessen wir unseren Hunger.
Ich liebe das Meer, ich liebe das Wasser und die Fische da drin, sie spielen mit mir.
Ich höre meine Mama nach mir rufen,  aber vor mir schwimmt gerade ein dicker Fisch, ich kann ihn nicht entwichen lassen. Ja! Ich habe ihn geschnappt.
Als ich zu meiner Mama laufe rieche ich etwas sehr Leckeres. Das Wasser läuft mir im Mund zusammen.
Aber ich bin zu spät.
Sie haben etwas gegessen. Etwas sehr Leckeres, was es nur selten gibt. Fleisch.
Sie hatten so einen Hunger und haben mir nichts übrig gelassen.Ich hätte kommen sollen.

 
In der Nacht höre ich ein Jammern und Winseln.
Mama? Mama was ist los mit dir?
Weißer Schaum ist vor ihrem Mund und sie atmet ganz laut.
Ich stupse meine Brüder mit der Nase an. Sie wachen einfach nicht auf. Ich weine laut.
Mama? Mama sie wachen einfach nicht auf. Und dann schläft Mama auch ein.
Sie lassen mich alleine. Mir ist so kalt. Ich weine, ich bin alleine.


So viele Jahre war ich alleine, lebte an dem Strand von Kumköy , lebte mit meiner Trauer, vermisste meine Familie.
Viele Menschen bleiben stehen wenn sie mich sehen, ich höre sie sagen dass ich ein schöner Hund bin, meine Hoffnung wächst und dann gehen sie weiter.
Wieder bin ich alleine.
Viele Menschen sehen mich an und schütteln den Kopf, sie mögen mich und die anderen Hunde nicht. 
Aber wir sind doch lieb. Wir wollen nur bei ihnen sein.
Manchmal liege ich direkt neben den Liegestühlen, dann stelle ich mir vor, dass die Menschen da drauf meine Menschen sind. Dann kann ich ruhig schlafen.
Sie aktzeptieren mich, aber niemand will mich für immer.
Manchmal kommen Menschen und streicheln mir über den Kopf, das genieße ich sehr, sie geben mir Wasser und Füttern mich. Aber sie nehmen mich nicht mit.


Es ist so warm draußen und eine Frau und ein Mädchen kommen auf mich zu. Sie lächeln mich an, sie rufen mich zu sich. Mich? Ich gehe zu ihnen und senke den Kopf. Ich traue niemandem.
Sie setzen neben mir etwas auf den Boden und daraus strömt ein köstlicher Duft. Mh, Fleisch.
So lange bleiben sie bei mir, sie streicheln mich, sie knuddeln mich, sie reden mit mir.
Ist es so eine Familie zu haben? Das ist so wunderschön.
Sie stehen auf und gehen. Nein! Nein bleibt hier! Ich laufe ihnen hinterher. Sie lachen und streicheln mich, doch dann gehen sie weiter und ich spüre sie sind traurig.
Ich bin wieder alleine.
Viele Tage kommen die Frau und mein Mädchen zu mir und bleiben bei mir, das Mädchen strahlt wenn sie mich sieht, sie mag mich so sehr wie ich sie. 

Ich warte auf sie, aber sie kommen nicht. Warum kommen sie denn nicht? Sie lassen mich alleine? 


Ich bin so einsam. So einsam.
Nach vielen, vielen Tagen kommt eine Frau zu mir und nimmt mich mit.
Ich komme von einem Raum in den Anderen, in einen Käfig, in einen Raum mit einem Mann, der mich anlächelt und dann in einen Raum wo ich alleine bin.
Viele, viele Tage bin ich da. Und dann geht die Reise weiter.
Ich habe so eine Angst. Was passiert mit mir?
Ich sitze in einem Käfig und alles um mich herum summt und bewegt sich ein wenig. Die Luft ist stickig.

Dann ist es zu Ende und ich warte.
So viele Menschen sind in den Räumen, sie reden laut, sie lachen, sie sind so hektisch.
Ich habe Angst.
Dann sehe ich sie. Mein Mädchen. Mein Mädchen ist wieder bei mir. Ich bin bei meinem Mädchen.
Ich habe keine Angst mehr.
Sie sieht mich und weint. Ich weine auch. Ich bin so froh, sie hat mich nicht vergessen.


Ich öffne die Augen mit all meiner Kraft. Vor mir sitzt mein Mädchen und mein neues, kleines Mädchen.
Sie weinen, wegen mir. Nicht weinen! Nicht traurig sein! Ich liebe euch doch. Wir werden uns wieder sehen!
Ich lege meine Schnauze auf ihre Hand und sie weinen noch mehr. 
Mein Mädchen ist bei mir als ich gehe.
Ich war nie mehr allein.
Ich war ein türkischer Strandnhund, bis meine Familie mich fand.
Ich bin ein deutscher Familienhund als ich gehe. Ein glücklicher Familienhund. 




 









Die Geschichte ist leider nicht so glücklich ausgegangen. Ich hätte es mir mehr als alles Andere gewünscht.
Ich habe mich in der Türkei in einen Hund verliebt. Doch meine Vermieter erlaubten mir nicht hier einen zu halten. Ich habe so viele Leute gefragt ob sie ihn aufnehmen könnten, aber so einen großen Hütehund wollte keiner aufnehmen.
Meine einzige Hoffnung ist, dass wenn ich mein eigenes Haus/Wohnung habe, sie noch da ist und ich sie zu mir nehmen kann.
Leider werden in der Türkei viele Hunde vergiftet, NOCH ist es zwar nicht legal, doch um das Gesetz es legal zu machen wurde schon diskutiert.

Vor Allem um die Osterzeit, in der die Touristen wieder kommen werden viele Giftköder ausgelegt.
Ich denke an jeden EInzelnen von den Hunden die ich dort kennengelernt habe.

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